language2.gif (10937 byte)

Die Kirche von S.Barbara
von Ignazio Lecca

barra.gif (1564 bytes)

Die Kirche von Santa Barbara wurde laut dem Text auf der Gedenkplatte aus Marmor, die an ihrem Eingang eingemauert ist, 1281 von Gallo, Erzbischof von Cagliari erbaut, der angeblich in dieser Ortschaft mit anderen Gefährten als Klausnermönch gelebt hatte. Hier folgt der Text der Gedenkplatte, wie dieser von Casini und Bonfant interpretiert wurde:

 

AD HONOREM.DEI.ET.BEATE
BARBARE.MARTIRIS:PreSENS.ECClesIA.EST
CONTSrVCTA.SVB.ANNO DOmiNICE
INCARNATIONIS.M.CC.LXXX.I
INDICCIONE.VII.DomiNO GALLO
KaLLARitane.ECCLesIE.PreSvLI.RESIDENTE
EG.FRatrEGUANTINO.HMIGA.PreFATUM
LOCUM.COHEREMITAS.SUOS.
EODEM.TEMPORE.GUBERNATORE.                          

Chiesa di S. BarbaraDie Kirche besteht aus einem rechteckigen Schiff, wie es wahrscheinlich der Erzbischof Gallo aufbauen ließ. In der Seite, in der sich der Eingang zum Tempel öffnet, und in der Seitenwand, sind romanische Motive noch erkennbar. Diese würden noch aus dem XIII Jahrhundert stammen. Spätere Eingriffe sahen 1739 Umarbeiten vor und vielleicht den Bau der Schüsselkuppel, die aber, laut einiger Historiker, aus derselben Epoche des Schiffes stammen würde. Ein vorderer Säulengang, angeblich aus dem XVII Jahrhundert, stützt einen Segelglockenturm. Andere Pflegearbeiten, ebenfalls notwendig, haben aber das originale Aussehen der kleinen Kirche zum Teil zerstört. In den verschiedenen in der Kirche eingemauerten Gedenkplatten bleibt ein schriftlicher Beweis der verschiedenen Umarbeiten. Trotzdem bleiben die vom XIII Jahrhundert charakteristischen Motive klar erkennbar.
Laut einem 1355 aus der Kanzlei vom König Alfonso IV il Benigno (dem Gutmütigen) erschienenen Dokument, das im Archiv der Krone von Aragonien entdeckt wurde, fragten die Basilianischen Mönche den König von Aragonien die Gewährung der Kirche von S.Barbara "sita in Cabuterra insula Sardinie" (gelegen in Cabuterra auf der Insel Sardinien). Wahrscheinlich gehörte die Kirche, laut der Hypothese von O.Schiena, im hohen Mittelalter eben den Basilianischen Mönchen. Im XVII Jahrhundert wurde die Kirche von Santa Barbara, die schon dem Erzbischof von Cagliari gehört hatte, den Jüngeren Klostermönchen im Tausch mit der Kirche von S.Maria di Uta überlassen. Die Inbesitznahme von S.Barbara geschah von Seiten von Bruder Tommaso Polla, Frommer außerordentlicher Buße, zusammen mit anderen Patern. In Abwesenheit eines anderen Kurat zur Pflege der Seelen von den Bewohnern von Capoterra gerufen, zog er sich einen bösartigen Fieber zu und starb am 29 September 1663 in Cagliari im Geruch der Heiligkeit.

Das Fest von S.Barbara wird Ende Juni gefeiert. Diese Heilige ist nicht S.Barbara von Nicomedia; der Tradition gemäß ist sie eine christliche Märtyrerin aus Cagliari, die dreißig Jahre lang gelebt hat. Ihr Leichnahm wurde angeblich in der Grabstätte von S.Restituta am 23 Juni 1620 gefunden, laut dem, was 1624 Serafini Esquirro im "Santuario de Caller, y verdadera historia de la invencion de los cuerpos santos hallados en la dicha ciudad y su arçobiscobado" schrieb.

S.BARBARA V.ET
M.Q.VIXIT ANNIS
XXX
(Santa Barbara Virgo et Martir, quae vixit annis triginta)                          

So gibt 1631 J.F. Carmona in "Alabancas de los santos de Sardeña" den Text der Gedenkplatte wieder, die man auf dem Grab der Heiligen gefunden hat. Die vollständigste Hagiographie von S.Barbara wird von Bonfant geliefert, der in seinem "Trimpho de los Santos del Renyo de Cerdeña" von der Herkunft der Heiligen berichtet, die in Cagliari geboren wurde. Gefährtin von S.Restituta, und mit dieser verhaftet und eingekerkert, weil Christin. Zur Enthäuptung verurteilt, wurde sie angeblich zu einem der Stadt nahegelegenen Berg geführt, um Reaktionen von den städtischen Notabeln zu vermeiden, und dort soll das Urteil durchgeführt worden sein. Seitdem nahm die Gegend des Berges den sardischen Namen Sa Scabizzada (Die Enthäuptete) an. Bonfant schreibt auch, daß sich in diesem Ort eine getrocknete Quelle befand, aus der wieder Wasser entsprang, als dort der Kopf der Heiligen fiel. Zur Erinnerung an das Wunder bauten die Klostereinwohner bei diesem Berg eine Kapelle. Der Leichnahm von S.Barbara soll dann von den Christen wieder nach Cagliari gebracht worden sein, um in der Grotte von S.Restituta begraben zu werden.

Auf dem Hügel von S.Barbara, der der Tradition gemäß Ort der Enthäuptung der Heiligen ist, ist die Quelle "Sa Scabizzada", die nur wenige Meter von der kleinen Kirche entfernt ist, besonders interessant. Der Quelle ist eine volkstümliche Beschwörungstradition gebunden, an die E.Atzori so erinnert: "Die Gläubigen, die zum Wallfahrtsort gehen, legen vor dem Trinken ein kleines soeben gebasteltes Kreuz auf einem der Vorsprünge in der Mauerstruktur ab, die die Quelle schützt, mit einem Stäbchen das in einem zweiten durch den Spalt gesteckt wird, das sich bis zur Hälfte seiner Länge bildet. Falls man trinkt, ohne das primitive Kreuzchen herzustellen, sieht die Tradition vor, daß man auf dem Rückweg riskiert zu stolpern, und sich weh zu tun ".

barra.gif (1564 bytes)

Historische Anmerkungen über das Gebiet Poggio dei Pini

Isola Sarda © 1997-2005 - Associazione Culturale Ciberterra - Responsabile: Giorgio Plazzotta
I contenuti appartengono ai rispettivi autori - Tutti i diritti riservati
The contents belong to the respective authors - All rights reserved